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Niederschlag

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Der Begriff "Niederschlag" umfasst Regen, Schnee, Hagel, Graupel und andere, seltenere Niederschlagsformen. Regen wird in mm gemessen. Ein Niederschlag von 1 mm entspricht 1 Liter pro Quadratmeter. Im Falle von Schneefall ergibt 1 mm Wasser durchschnittlich etwa 1 cm Schnee.

Im Wetterbericht werden die Begriffe Schauer oder Schneeschauer verwendet. Schauer sind von kurzer Dauer und betreffen kleine Gebiete, sie können jedoch recht intensiv sein. Die Begriffe Regen oder Schneefall werden verwendet, wenn das Ereignis von längerer Dauer ist und ein größeres Gebiet betrifft.

Im Wetterbericht werden verschiedene Begriffe verwendet, um die erwartete räumliche Verteilung des Niederschlags zu beschreiben.

Begriff Erklärung
Lokal, örtlich In maximal  40% der Fläche einer Region auftretend.
Da und dort, gebietsweise In 40 bis 70% der Fläche einer Region auftretend.
Verbreitet oder ohne Angabe In 70 bis 100% der Fläche einer Region auftretend.

     

Die Niederschlagsintensität kann ebenfalls variieren und wird mit den folgenden Begriffen definiert.

Begriff 24h-Summe in mm Erklärung
Schwach 0.1-2 Etwas Regen, etwas Schneefall, einzelne Schneeflocken, schwacher Regen, schwacher Schneefall, einzelne Regenschauer, einzelne Schneeschauer, Nieselregen, (Schneegriesel).
Mässig 2-10 Einige Niederschläge, Regenfälle, einige Schneefälle, einige Regenschauer, einige Schneeschauer einige Schauer, zum Teil auch Gewitter.
Stark 10-30 Kräftiger Niederschlag, kräftige Regenfälle, kräftige Schneefälle, kräftige Regenschauer, kräftige Schneeschauer, Gewitter ohne (Intensitätsbegriff).
Sehr stark 30-50 Zum Teil ergiebiger Regen, ergiebiger Niederschlag, ergiebiger Schneefall, starke Gewitter, heftige Gewitter.
Sehr stark, intensiv >50 Ergiebiger Regen, ergiebiger Niederschlag, ergiebiger Schneefall, starke Gewitter, heftige Gewitter.

7 Fakten zum Regen und Staunen

Haben Sie sich schon gefragt, wie lange ein Regentropfen unterwegs ist? Oder wo sich die regenreichste Gegend auf unserem Planet befindet? Der britische Wetterdienst MetOffice hat dazu 7 Fakten zusammengestellt.

MetOffice - Originalartikel

   
1. „Phantom-Regen“

Unter bestimmten Bedingungen können Regentropfen oder Schneeflocken vom Himmel fallen ohne den Boden zu erreichen. Dieser Ereignis wird als Fallstreifen (oder Virga) bezeichnet:  Niederschlag fällt aus einer Wolke und verdunstet oder sublimiert (= direkt vom festen in den gasförmigen Aggregatzustand übergehend) bevor er die Erdoberfläche erreicht.

Fällt der Niederschlag durch Schichten mit unterschiedlich starken Winden oder verschiedenen Windrichtungen, weisen die Fallstreifen eine gekrümmte Form auf.

Fallstreifen können bei folgenden Wolkentypen vorkommen: Cirrocumulus, Altocumulus, Altostratus, Nimbostratus, Stratocumulus, Cumulus und Cumulonimbus.

Wolken

Beschreibung von verschiedenen Wolkentypen.

2. Laufen oder Flanieren?

Stimmt es, dass ich besser von A nach B durch den Regen laufe und demzufolge weniger Zeit dem  Regen ausgesetzt bin? Oder flaniere ich und werde von weniger Regentropfen getroffen? Ziel ist, dass ich weniger nass werden will.

Forschen können uns die Frage nicht abschliessend beantworten. Zu viele Faktoren beeinflussen das Ergebnis, ob und wie nass die Person im Regen wird. Dazu gehören z. B. Windrichtung und die Grösse der Regentropfen sowie die Grösse und Umfang der betroffenen Person.

Der italienische Physiker Franco Bocci antwortet im Interview mit SPIEGEL ONLINE: „Es gibt keine allgemeingültige Lösung“.

Im „Journal der Europäischen Physik“ sind die Untersuchungen publiziert.

Franco Bocci kommt aufgrund seiner komplizierten mathematischen Untersuchungen zum Schluss, dass es in der Regel besser ist, so schnell wie möglich zu laufen – nicht immer, aber im allgemeinen.

3. Regen duftet

Fallen Regentropfen auf staubig-trockenen Boden, schliessen sie kleine Luftblasen ein und schiessen nach oben, wie in einem Glas Champagner. Die Luftblasen lösen sich wieder aus dem Regentropfen und der Wind verteilt den Duft. So entsteht der vertraute Geruch, der uns Regen bringt. Er wird auch „Petrichor“ genannt.

MetOffice: Erklärung zu Petrichor - englisch

4. Form der Regentropfen

Regentropfen werden oft in Form von Tränen gezeigt, was (leider) nicht korrekt ist.

In der Atmosphäre nehmen sie eine sphärische Form an: die Wassermoleküle verbinden sich und werden durch die Oberflächenspannung zusammengehalten.

Sobald die Regentropfen zu fallen beginnen, ändert sich ihre Form ständig. Regentropfen treffen aufeinander und der Luftwiderstand glättet den „Tropfenboden“. Die Regentropfen nehmen die Form von „Jelly Beans“ an.

Raindrop falling by Alistair McClymont

5. Wie viel Zeit benötigt ein Regentropfen, bis er die Erde erreicht?

Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten: es hängt davon ab, aus welcher Höhe der Tropfen fällt und wie gross er ist.

Gehen wir von einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 22,5 km/h aus. Befindet sich eine Wolke auf ca. 2‘500 Meter, würde ein Regentropfen etwas über 2 Minuten benötigen, um die Erde zu erreichen.

Grössere Regentropfen fallen mit ca. 32 km/h, während kleine Regentropfen bis zu 7 Minuten für die Strecke zur Erde benötigen.

6. Wo befindet sich der nasseste Ort auf der Welt?

Die Ortschaft „Mawsynram“ im Bezirk Maghalaya, Indien, ist bekannt, als der Ort mit den höchsten Niederschlägen der Welt. Durchschnittlich fallen 11‘971 mm Regen pro Jahr.

Die Nähe zum Golf von Bengalen und die Lage in den Garo Hills im Süden des Himalaya verursachen die starken und häufigen Niederschläge in Mawsynram.

Der Monsun aus Südwesten führt warmfeuchte Luftmassen zu den Bergen, wo sie gestaut wird. Dies führt zu grossen Niederschlagsmengen in Mawsynram.

Als nassester Ort der Schweiz gilt der Säntis (2‘502 m.ü.M.) mit einem mittleren Jahresniederschlag von 2‘837 mm (1981-2010).

7. Höchste Regenmenge pro Tag in der Schweiz

Am 26. August 1935 regnete es 455 mm in Camedo (550 m.ü.M. Tessin).

Die grösste 1-tägige Neuschneemenge gab es mit 130 cm am 15. April 1999 auf dem Berninapass (2‘307 m.ü.M.).
    

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