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Zuerst schauerlich, dann gräulich

8 January 2022, 8 Comments
Topics: Weather

Keine Angst, so schlimm war das Wetter heute dann doch nicht. Und überhaupt soll man beim Wetter nicht werten. Doch der Reihe nach. In der Nacht auf heute brachte ein Höhentrog einige Schauer, wobei oberhalb von 500 Metern einige Zentimeter Schnee fielen. In den tiefsten Lagen fiel ein grosser Teil des Niederschlags als Regen, besonders in der Region Basel. Am Vormittag riss dann die Bewölkung vorübergehend auf, bis am Nachmittag eine Warmfront mit ihrer Schichtbewölkung den Himmel grau aussehen liess.

Am Vormittag war es in Scheunberg (ZH) mit nur hohen Wolkenfeldern (Cirruscumulus und Cirrusstratus) ziemlich freundlich - von schauerlich und gräulich konnte zu diesem Zeitpunkt keine Rede sein. Bild: Philipp Büchi.
Am Vormittag war es in Scheunberg (ZH) mit nur hohen Wolkenfeldern (Cirruscumulus und Cirrusstratus) ziemlich freundlich - von schauerlich und gräulich konnte zu diesem Zeitpunkt keine Rede sein. Bild: Philipp Büchi.

Schauerliche Nacht

Ein Höhentrog überquerte letzte Nacht die Alpennordseite von West nach Ost. Damit wurde die Luftschichtung labil, was auf der Alpennordseite und in den Alpen zu Schauern führte. Die Schneefallgrenze lag bei meist zwischen 400 und 600 Metern, so dass in den tiefsten Lagen des Mittellandes und am Juranordfuss ein Grossteil des Niederschlags als Regen fiel, wodurch es meist grün blieb. Eine dünne Schneedecke von wenigen Zentimetern konnte man dagegen oberhalb von 500 bis 600 Metern beobachten. Viele Leute dürften allerdings von diesem «schauerlichen» Ereignis nicht viel mitbekommen haben, da es ja in der Nacht stattfand.

Gräulicher Nachmittag

Am Vormittag lockerte sich die Bewölkung vorübergehend auf, kurzeitig zeigte sich sogar die Sonne. Dann aber zog dichte hohe und mittelhohe Bewölkung auf. Damit konnte man am Nachmittag ein «gräulicher» Wettereindruck bekommen. Allerdings ist in diesem Zusammenhang die Farbe «grau» und nicht etwa ein «Gräuel» gemeint. Denn grau kann durchaus auch schön sein, besonders wenn der Himmel nur von einem hellen Grau durchzogen ist, kann er die Landschaft in ein besonderes Licht rücken. Dies vor allem in einem Gebiet, wo zurzeit Dauerschatten herrscht, wie in einigen engen Tälern der Schweizer Alpen. Dort ist es nämlich bei Hochdruckwetter mit blauem Himmel besonders dunkel, dies im krassen Gegensatz zu den lichtdurchfluteten Südhängen. Ist hingegen der Himmel von einer dünnen Wolkendecke überzogen, erhalten die bei blauem Himmel dunklen Lagen recht viel diffuse Strahlung, was optisch einen ziemlich hellen Eindruck erweckt.

Im Mittel- und Südtessin meist blauer Himmel

Heute waren im Mittel- Südtessin die Wolken einmal mehr Mangelware. Denn durch die nordwestliche Höhenströmung blieb diese Gegend vom Zustrom von feuchter Luft geschützt. Dank Nordwind war es in der Höhe sehr klar. In den Niederungen war es hingegen etwas dunstig. Mit Höchsttemperaturen bis zu 11 Grad war es in Bisca am wärmsten, dies weil sich der Nordwind dort noch durchsetzen konnte. Weiter südlich reichte es hingegen nur für rund 7 Grad.

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Comments (8)

  1. Urs Imhof, 09.01.2022, 15:36

    Krass die Unterschiede.
    Bad Zurzach Regen im Wechsel mit Sonne.
    Hüntwangen ein paar Meter höher gelegen hat kurzzeitig sogar Schnee.
    Das heisst in Bad Zurzach liegt die Schneefallgrenze deutlich höher.

  2. P. Bernet, 09.01.2022, 07:51

    Am 6. Januar stellte eine Bloggerin eine Frage zur Tageslänge.
    Tatsache ist, dass zur Zeit die Sonne jeden Abend etwa eine
    Minute später untergeht.
    Am Morgen müssen wir allerdings noch rund drei Wochen Geduld
    haben. Erst anfangs Februar (Mariä Lichtmess) geht die Sonne
    am Morgen deutlich früher auf, und damit werden die Tage
    spürbar länger.
    Verantwortlich dafür ist u.a. die Zeitgleichung. Um diese zu
    verstehen, braucht es aber gute Kenntnisse in Physik oder
    Astronomie.

  3. Wolfgang, 09.01.2022, 02:19

    Wie immer, ich wiederhole mich...
    Alpensüdseite, Du hast es besser. Sonne, warme Temperaturen...
    Wenn ich nur könnte, wäre ich schon lange umgezogen.

  4. Oli, 08.01.2022, 21:25

    In der Einleitung, in den tiefsten Lagen, besonders in der Region Basel fiel der Niederschlag mehrheitlich als Schnee, hier müsste es doch Regen heissen. Weiter unten im Bericht ist es auch so geschrieben...

    1. MeteoSwiss, 08.01.2022, 21:56

      Guten Abend Oli
      Besten Dank für Ihren Kommentar.
      Wir haben den Blog entsprechend korrigiert.
      Mit freundlichen Grüssen MeteoSchweiz

    2. Lilli, 09.01.2022, 08:34

      In der Einleitung steht immer noch Schnee statt Regen…. In den tiefsten Lagen……

    3. MeteoSwiss, 09.01.2022, 09:04

      Guten Morgen Lilli,
      Besten Dank für den nochmaligen Hinweis! Jetzt wurde die Anpassung im Text definitiv publiziert.
      Freundliche Grüsse, MeteoSchweiz

  5. Rother, 08.01.2022, 18:14

    Liebe(r) Blogger(in),
    zu den "foto-webcam"-Bildern "Arnisee":
    Diese Hightech-Digitalkameras (Canon) besitzen eine automatische Blendenöffnungs- und Belichtungsdauerfunktion. Deshalb täuschen oftmals die subjektiven Hell-/Dunkel-Eindrücke. Wenn - wie bei dem oberen Bild - das Foto nicht überbelichtet werden soll, muß natürlich die Blende recht groß sein, d.h. der Durchmesser der Blendenöffnung klein und die Belichtungszeit recht klein. Dadurch besteht aber die Gefahr, daß dunkle Teile des Bildes unterbelichtet werden - wie beim Maderanertal der Fall. Wenn Sie sich bei einzelnen foto-webcam-Standorten durch einen Tag klicken, sehen Sie dieses Phänomen. Sonst könnten nicht solche faszinierenden Nachtbilder entstehen.Besonders deutlich beim Standort "Furkajoch" bei Sonnenauf- bzw. -untergang.
    MfG
    Rother