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Wochenstart ins Hoch

10 January 2022, 11 Comments
Topics: Weather

Das Frontenwochenende ist nun vorbei und der heutige Tag läutet nicht nur eine neue Woche ein, sondern auch eine Hochdruckperiode. Für die Berglagen bedeutet dies viel Sonnenschein und im Flachland Hochnebel oder Nebel. Doch bevor wir dem "oben blau unten grau" Blues verfallen, widmen wir den heutigen Blog dem Neuschnee und der Tropopause.

Das Hoch hat in den Alpen bereits gewirkt und die Atmosphäre abgetrocknet. Foto: F.Hoff
Das Hoch hat in den Alpen bereits gewirkt und die Atmosphäre abgetrocknet. Foto: F.Hoff

Winter Wunderland

Der Alpenraum befand sich gestern sowie heute Vormittag unter einem umfangreichen Trog. Mit einer nordwestlichen Höhenströmung wurde feuchte Polarluft zum Alpenraum geführt. Mit der zugeführten Höhenkaltluft haben sich zahlreiche Schauer gebildet, welche vielerorts für ein weisses Aufwachen gesorgt haben.

Gestern Abend fiel der Niederschlag zu Beginn in den tiefsten Lagen noch als Schnee-Regengemisch. Mit sinkenden Temperaturen wandelte sich das Ganze in Schnee um, so dass auch tiefste Lagen in den Genuss von etwas Schnee kamen.

Enlargement: Verschneite Gartenimpressionen von Christa Hayoz
Verschneite Gartenimpressionen von Christa Hayoz

Eine Auswahl:

St. Gallen: 27 cm
Ulrichen: 20 cm
Elm: 18 cm
Grand St-Bernard: 18 cm
Glarus: 15 cm

La Chaux-de-Fonds: 13 cm
Zürich-Flughafen: 3 cm

Im Süden trocken

Der Nordüberdruck sorgte auf der Alpensüdseite für sonnige und trockene Verhältnisse. In den kommenden Tagen wird sich dies nicht ändern und auch der Monatsausblick weist auf einen Niederschlagsarmen Januar hin.

Gemäss den Daten der WSL (Forschungsanstalt für Wald Schnee und Landschaft), welche auf www.drought.ch nachgeschaut werden können, sind die Pegelstände der Tessiner Seen bereits unterdurchschnittlich. Ebenfalls herrscht im Puschlav und Bergell mässige und im Tessin und Misox sogar erhebliche Waldbrandgefahr.

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Die Tropopause

Unsere Atmosphäre ist in unterschiedliche Schichten eigeteilt. Die wohl bekannteste Schicht ist die Troposphäre, auch die Wetterschicht genannt. Die Tropopause trennt die Troposphäre von der darüber liegenden Stratosphäre. Diese «Grenze» ist jedoch nicht mit einer mechanischen Barriere zu Vergleichen. Dabei handelt es sich vielmehr um eine thermische Grenze. Ganz vereinfacht zusammengefasst nimmt die Temperatur in der Troposphäre mit der Höhe ab (Fronten, welche auf dieses Temperaturprofil Einfluss haben, werden vernachlässigt.) Die Tropopause ist dort vorzufinden, wo die Temperatur mit der Höhe wieder zunimmt oder gleichbleibt.

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Norbert Noreiks, Max-Planck-Insitut für Meteorologie, Wiki Bildungsserver

Die Mächtigkeit der Troposphäre variiert aufgrund der unterschiedlichen Aufheizung und Temperatur der Luftmasse stark zwischen den Polen (7-9km) und dem Äquator (16-17 km). Im Sommer liegt die Tropopause generell höher als im Winter.

Enlargement: Unterschiedliche Luftmassen über Europa: mildere Atlantikluft über Westeuropa und kalte Polarluft über Mittel- und Osteuropa. Sterne kennzeichnen Trappes und Stuttgart.
Unterschiedliche Luftmassen über Europa: mildere Atlantikluft über Westeuropa und kalte Polarluft über Mittel- und Osteuropa. Sterne kennzeichnen Trappes und Stuttgart.

Mit Hilfe der Radiosondierung (Messung des vertikalen Temperatur- und Feuchtigkeitsverlaufs) kann die aktuelle Höhe der Tropopause eruiert werden.

Stuttgart befand sich um 00 UTC in der Polarluft und dementsprechend befindet sich die Tropopause sehr tief auf 7-8 km. Die Tropopause in der Region Paris (Trappes) liegt deutlich höher um 11 km, da hier auch eine mildere Luftmasse liegt. 

Enlargement: Radiosondierung 10.01.2022 00UTC in Stuttgart (D)
Radiosondierung 10.01.2022 00UTC in Stuttgart (D)

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Comments (11)

  1. Dani, 11.01.2022, 10:54

    Ein Hoch jagt das andere. Manchmal könnte man meinen, die Sonne scheint jeden Tag. Vor 30-40 Jahren waren Winter noch richtig kalte Winter.

    1. Zoe, 11.01.2022, 16:04

      Ein Hoch bedeutet nicht immer sonnig und warm!
      -> Hochnebel Lagen mit Bise :,-)

    2. Ricardo, 11.01.2022, 19:59

      In den Bergen schon (wohne im Berner Oberland… vielleicht Dani auch ;-))

  2. Emma, 11.01.2022, 09:37

    @ Remi Erzinger, wie Sie richtig sagen, auch die Natur braucht Erhohlung. Wenn ich die tollen Fotos, von Frau Hayoz und Herr Graf sehe, ist das die reinste Freude. Wir haben ja vier Jahreszeiten und jetzt scheint bei uns die Sonne (Säuliamt). Velen Dank dem ganzen Team, Emma

  3. Silvia Z., 10.01.2022, 20:12

    Welche Auswirkungen hat die Höhe der Tropopause für die Aviatik? Ist etwa die Reiseflughöhe von Verkehrsflugzeugen davon beeinflusst?

    1. MeteoSwiss, 10.01.2022, 22:26

      Guten Abend Silvia

      Da die Temperatur oberhalb der Tropopause mit zunehmender Höhe nicht mehr weiter abnimmt, enden an der Tropopause die Wasserdampfprozesse (Wolken, Niederschlag). Man fliegt somit über dem Wetter. Soweit die Kurzantwort aus Meteorologensicht. Was die Flugzeugperformance auf unterschiedlichen Höhen und die Rücken-/Gegenwind Optimierung im Bereich des Jetstream anbelangt, informieren Sie sich am besten in einem Flugforum.

      Freundliche Grüsse
      MeteoSchweiz

  4. Wolfgang, 10.01.2022, 19:37

    Angesichts der Aussichten wird es allerhöchste Zeit, dass der Winter endlich zu Ende geht und auch im Flachland mal wieder die Sonne scheint.

    1. Remi Erzinger, 10.01.2022, 23:53

      Die Natur braucht den Winter. Sehen wir doch das Positive und Reizvolle am Wechsel der Jahreszeiten.

    2. Heinz F., 11.01.2022, 09:49

      Herr Erzinger hat völlig recht!

    3. Petra, 11.01.2022, 11:19

      Der astronomische Winter ist erst 20 ! Tage alt!

    4. Winter, 11.01.2022, 14:06

      Der Winter ist eine Jahreszeit in der es kalt, nass und windig ist. Das ist für die Natur perfekt.