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Fast wie gehabt

26 January 2022, 3 Comments
Topics: Weather

Ein kräftiges Hochdruckgebiet bestimmte auch heute Mittwoch das Wetter im Alpenraum. Entsprechend zeigte sich die Situation wie gehabt: oben blau, unten grau. Kleine Unterschiede liessen sich gegenüber dem Vortag aber dennoch finden. Welche das waren, erläutern wir in den folgenden Zeilen.

Mit Raueis beschmückte Bäume in der Nähe von Widen. Foto: Tanja Stierli
Mit Raueis beschmückte Bäume in der Nähe von Widen. Foto: Tanja Stierli

Noch immer hochdruckbestimmt

Ein kräftiges und umfangreiches Hochdruckgebiet erstreckte sich vom nahen Atlantik über Mitteleuropa bis zum Balkan und bestimmte das Wetter in der Schweiz. Gegenüber Dienstag schwächte sich das Hoch vor allem in der Höhe geringfügig ab. Verantwortlich dafür war ein Kurzwellentrog, der in der Höhe etwas kältere Luft zur Schweiz führte.

Enlargement: Situation von heute Mittwoch, 26.01.2022 um 9 UTC. Links: Satellitenbild überlagert mit Luftdruck auf Meereshöhe. Das Zentrum des Hochs lag nordwestlich der Schweiz über Frankreich. Rechts: Temperatur und Geopotential auf 500 hPa sowie Windfieder des Bodenwindes. Quelle: MeteoSchweiz, ECMWF
Situation von heute Mittwoch, 26.01.2022 um 9 UTC. Links: Satellitenbild überlagert mit Luftdruck auf Meereshöhe. Das Zentrum des Hochs lag nordwestlich der Schweiz über Frankreich. Rechts: Temperatur und Geopotential auf 500 hPa sowie Windfieder des Bodenwindes. Quelle: MeteoSchweiz, ECMWF

Das Zentrum des Bodenhochs verlagerte sich auf Mittwoch zudem westwärts, wodurch es über Frankreich zu liegen kam. Am Dienstag befand sich das Hoch ziemlich genau über den Alpen.

Enlargement: Situation von gestern Dienstag, 25.01.2022 um 9 UTC. Links: Satellitenbild überlagert mit Luftdruck auf Meereshöhe. Das Zentrum des Hochs über dem Alpenraum. Rechts: Temperatur und Geopotential auf 500 hPa sowie Windfieder des Bodenwindes. Quelle: MeteoSchweiz, ECMWF
Situation von gestern Dienstag, 25.01.2022 um 9 UTC. Links: Satellitenbild überlagert mit Luftdruck auf Meereshöhe. Das Zentrum des Hochs über dem Alpenraum. Rechts: Temperatur und Geopotential auf 500 hPa sowie Windfieder des Bodenwindes. Quelle: MeteoSchweiz, ECMWF

Auswirkungen auf Nebelverteilung

Der tiefe Hochnebel, welcher sich am Dienstagnachmittag in weiten Teilen der Deutschschweiz auflöste, bildete sich standesgemäss in der Nacht neu beziehungsweise dehnte sich ausgehend von den Gebieten mit Nebelrestposten (wie dem Seeland) wieder aus. Am Mittwochmorgen erwachten weite Teile des Flachlandes der Alpennordseite wieder unter einer Nebeldecke.

Enlargement: Verbreitet nebliger Vormittag im Mittelland. Im Bild die Wetterstation Cham. Foto: Michael Kopp
Verbreitet nebliger Vormittag im Mittelland. Im Bild die Wetterstation Cham. Foto: Michael Kopp

Nebel in der Nordwestschweiz

Neuerdings bedeckte der Nebel auch die Nordwestschweiz. Die Ursache lässt sich auf die Position des Hochs und das Windregime zurückführen. Der am Dienstag in der Nordwestschweiz noch mässig wehende Ostwind liess in der Nacht auf Mittwoch nach und drehte auf Nordwest. Aus dem Oberrheingraben wurde dadurch feuchtkalte Nebelluft in die Region Basel geführt.

Enlargement: Verlauf verschiedener Messgrössen an der Station Basel / Binningen zwischen Dienstagmorgen und Mittwochvormittag. Mit der Winddrehung kam der Nebel. Quelle: MeteoSchweiz
Verlauf verschiedener Messgrössen an der Station Basel / Binningen zwischen Dienstagmorgen und Mittwochvormittag. Mit der Winddrehung kam der Nebel. Quelle: MeteoSchweiz

Weniger Nebel in der Ostschweiz

Im Gegensatz zur Nordwestschweiz zog sich der Nebel aus der Ostschweiz heute Mittwoch etwas zurück. Die Nebelausdehnung blieb im östlichen Mittelland geringer als an den Vortagen. Ebenso blieb die Gegend um den Walensee und das Seeztal nebelfrei. Östlich der Reuss löste sich der Nebel im Laufe des Tages ausserdem wesentlich schneller auf als noch am Dienstag.

Enlargement: Nebelausdehnung am Dienstag (links) und heute Mittwoch (rechts) im Seeztal und St. Galler Rheintal. Fotos: www.foto-webcam.eu, Pizol
Nebelausdehnung am Dienstag (links) und heute Mittwoch (rechts) im Seeztal und St. Galler Rheintal. Fotos: www.foto-webcam.eu, Pizol

Weniger Feuchte im Mittel- und Südtessin

Im Mittel- und Südtessin startete der Tag heute zwar ebenfalls etwas dunstig. Nachdem gestern die Druckverhältnisse zwischen der Alpennord- und Alpensüdseite praktisch ausgeglichen waren, bewirkte der heute leicht höhere Luftdruck im Norden, dass die Feuchte über der Poebene vom südlichen Tessin weitestgehend fernblieb. Die Sonne schien damit auf der Alpensüdseite ganztags von einem meist wolkenlosen Himmel.

Enlargement: Aussicht vom San Salvatore auf die Region rund um den Lago di Lugano. Oben Aufnahme von Dienstagvormittag, unten von Mittwochvormittag. Fotos: Swisscom Broadcast AG, Roundshot
Aussicht vom San Salvatore auf die Region rund um den Lago di Lugano. Oben Aufnahme von Dienstagvormittag, unten von Mittwochvormittag. Fotos: Swisscom Broadcast AG, Roundshot

Sonst wie gehabt

Es liessen sich noch weitere regionale Unterschiede finden, wir belassen es jedoch bei den oben genannten. Zäh zeigte sich der Nebel wiederum im westlichen Mittelland vom Genfersee bis ins Seeland. Ansonsten präsentierte sich das Wetter ähnlich wie am Dienstag und getreu dem Motto «oben blau, unten grau».

Enlargement: Die Südhänge, wie hier auf dem Brienzer Rothorn, zeigen selbst oberhalb von 2000 Metern schneefreie Flächen. Foto: Sörenberg Bergbahnen, Roundshot
Die Südhänge, wie hier auf dem Brienzer Rothorn, zeigen selbst oberhalb von 2000 Metern schneefreie Flächen. Foto: Sörenberg Bergbahnen, Roundshot

Vielerorts unterdurchschnittliche Schneehöhen

Die in den Berglagen weiterhin milden Temperaturen sorgen jedoch mittlerweile vielerorts in den Alpen, nicht nur auf der Alpensüdseite, für unterdurchschnittliche Schneehöhen. Die relative Schneehöhe finden Sie beim SLF hier.

Enlargement: Relative Schneehöhe. In den Alpen liegt mittlerweile an den meisten Orten weniger Schnee als im langjährigen Mittel. Quelle: SLF
Relative Schneehöhe. In den Alpen liegt mittlerweile an den meisten Orten weniger Schnee als im langjährigen Mittel. Quelle: SLF

Schneenachschub in Aussicht

Bereits im Blog von gestern Dienstag wurde ein bevorstehender Wetterwechsel angekündigt. Nach einem Vorgeplänkel mit ersten zaghaften frontalen Angriffen auf das Hochdruckwetter am Freitag sowie am Wochenende, scheint sich die Umstellung auf nächste Woche zu konkretisieren. Die sich anbahnende dynamische Nordweststaulage werden wir voraussichtlich im morgigen Blog etwas detaillierter behandeln. Nur schon so viel, bis Ende der nächsten Woche dürfte in den Alpen für Schneenachschub gesorgt werden.

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Comments (3)

  1. Marco, 27.01.2022, 00:18

    Also in der Region Basel hatte die im Text beschriebene Aenderung der Windrichtung auf NW (wieder mal) massive Auswirkungen. Statt fast wie gehabt gab es in der NW-CH einen veritablen bodennahen Kälteeinbruch. Den anstatt fast durchgehend Sonnenschein wie am Vortag gab es bloss noch 2 Minuten Sonne und es war 7K kälter! Ein schönes Beispiel wie es auch bei praktisch unveränderter Grosswetterlage und hohem Luftdruck krasse Wetterwechsel geben kann. Als Trost für den lokalen Eistag gab es schönen Raureif zwischen Basel und Möhlin.

    1. Tiny, 27.01.2022, 06:16

      Ein Eistag im Winter - soweit ist es schon!

    2. Patrick, 27.01.2022, 09:41

      @Tiny das wäre an für sich nichts spezielles. Auffallend ist allerdings immer, das die Nacht in Basel klar ist und es massiv abkühlt und am frühen Morgen kommt der Nebel meist vom Oberrheingraben. Ohne klare Nacht, hätte es wohl kein Eistag gegeben.