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Erinnern Sie sich noch?

14 January 2022, 5 Comments
Topics: Weather

Erinnern Sie sich noch an das Wetter vor einem Jahr? Bei der Mehrheit unserer BlogleserInnen dürfte der Kontrast zu heute gross sein. Am 14.01.2021 brachte eine Luftmassengrenze der Zentral-, Nord- und Ostschweiz ergiebigen Schneefall mit 30-50, lokal bis 78 cm (Trun GR) Neuschnee. Heute sah dies anders aus, unter einem kräftigen Hoch war es in der ganzen Schweiz trocken und, mit Ausnahme weniger Hochnebelfelder, sonnig.

Impressionen aus Wädenswil von vor einem Jahr (links) und heute (rechts). Fotos: Sarah Baumann
Impressionen aus Wädenswil von vor einem Jahr (links) und heute (rechts). Fotos: Sarah Baumann
Enlargement: Auch der Flughafen Zürich wurde am 14.1.21 von Schneefall heimgesucht. Foto: Andreas Hostettler
Auch der Flughafen Zürich wurde am 14.1.21 von Schneefall heimgesucht. Foto: Andreas Hostettler

Damals, vor einem Jahr, erreichte eine Luftmassengrenze aus Nordwesten die Schweiz und sorgte für teils intensive Niederschläge. Mit Kaltluft aus Nordosten sank im Laufe des Tages die Schneefallgrenze allmählich bis in die Niederungen. Vom 14. auf den 15. Januar 2021 fielen in der Nordostschweiz in tiefen Lagen 30 bis 45 cm, in höheren Lagen 50 bis 60 cm Neuschnee. Einen derart kräftigen Schneefall gab es in diesen Regionen letztmals vom 4. auf den 5. März 2006. Im Westen und im Wallis waren die Niederschläge weniger stark und auch die Schneefallgrenze blieb meist oberhalb von 900 Metern. Mehr zum Wetter in der Schweiz vor einem Jahr finden Sie im damaligen Blog.

Heutiges Wetter

Enlargement: Blick von der Sternegg in Richtung Stoss, das Dorf unten ist Illgau. Foto: Denise Praloran
Blick von der Sternegg in Richtung Stoss, das Dorf unten ist Illgau. Foto: Denise Praloran

Ein kräftiges Hochdruckgebiet mit Zentrum über Mitteleuropa brachte heute keinen Schneefall. Vielmehr sorgte es für trockene Luft und sonnige Verhältnisse. Einzig entlang der Voralpen oder grösseren Gewässern entstanden in der Nacht auf heute nochmals Hochnebelfelder. Deren Obergrenze lag bei rund 700 Metern. Im Tagesverlauf lösten sie sich meist auf, am hartnäckigsten blieben sie in der Region Bern und in der Zentralschweiz. Ansonsten war es in den Niederungen der Alpennordseite dunstig, darüber sehr trocken.

Halbzeit Winter

Enlargement: Unser Kollege Andreas Stutz genoss den sonnigen Tag heute im Schnee auf dem Piz Martegnas.
Unser Kollege Andreas Stutz genoss den sonnigen Tag heute im Schnee auf dem Piz Martegnas.

Der meteorologische Winter 2021/2022 ist mit dem heutigen Tag bereits zur Hälfte vorbei. Zeit, einen ersten Vergleich mit dem Winter vor einem Jahr zu wagen.

Der vergangene Winter 2020/2021 war sehr niederschlagsreich. In St. Gallen wurde der viertniederschlagsreichste Winter seit Messbeginn registriert. Auch auf der Alpensüdseite erreichten die Niederschlagsmengen gebietsweise mehr als das Doppelte der Norm. Im aktuellen Winter hingegen gab es auf der Alpensüdseite bisher nur an zwei Tagen verbreitet Niederschlag. Als Folge der häufigen Niederschläge verlief der letzte Winter auf der Alpensüdseite ausgesprochen trüb. Der aktuelle Winter hingegen sieht bisher deutlich sonniger aus. Gemäss Prognosetrends wird der Winter in der Schweiz auch in den kommenden Wochen eher hochdruckbestimmt weitergehen. Somit hat er gute Chancen, sonniger und trockener als der letzte Winter zu werden.

Enlargement: Hovmöller Diagramm für den nächsten Monat. Erklärungen im Text.
Hovmöller Diagramm für den nächsten Monat. Erklärungen im Text.

Das obige, sogenannte «Hovmöller Diagramm» zeigt die Abweichung des Geopotentials (rote und blaue Linien) auf 500 hPa zwischen 35 und 60° N. Die dicke schwarze Linie, 8° E, entspricht etwa der Lage der Schweiz. Folgt man dieser von oben nach unten (also vom aktuellen Zeitpunkt in die Zukunft), so ist deutlich zu erkennen, dass die roten Farben dominieren. Rot bedeutet eine positive Abweichung, also eher hochdruckbestimmt. Blau hingegen steht für eine negative Abweichung, also eher tiefdruckbestimmt. Im Hintergrund wird zudem die Unsicherheit dargestellt. Ab etwa heute in einer Woche nimmt die Unsicherheit deutlich zu, trotzdem ist noch ein Trend für hochdruckbestimmtes Wetter zu erkennen. Dies bedeutet aber nicht, dass es dazwischen keine (kurze) tiefdruckbestimmte Phasen geben wird. Beispielsweise wird uns auch am kommenden Sonntag eine schwache, vor allem in der Höhe ausgeprägte Störung erreichen. Ein niederschlagsreiches Ereignis wie vor einem Jahr ist aber vorerst nicht in Sicht.

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Comments (5)

  1. Wolfgang, 15.01.2022, 01:07

    Der Winter kann so bleiben wie die letzten Tage: Kalt aber vor allem viel Sonne. Schnee brauche ich definitiv nicht. Den hatten wir letzten Winter genug.

    1. Alex, 15.01.2022, 14:48

      Schnee ist doch wunderschön! Ich erinnere mich noch bestens, letzten Januar spätabends mit meiner Partnerin einen langen Spaziergang in der tief verschneiten, unberührten Natur unternommen zu haben. Die Bäume ächzten und krachten unter der Last des vielen Schnees - herrlich!

      Zu Hause angekommen, bei Teelichtern einen heissen Tee getrunken. Es braucht so wenig, um glückliche Momente zu erleben 😊

    2. Felipe, 15.01.2022, 18:01

      Ich finde Schnee immer sehr cool. Aber es ist vielleicht irgendwann wirklich zu viel. Aber das dauert wahrscheinlich biss es mal zu viel Schnee hat.

  2. Urs Imhof, 14.01.2022, 22:32

    Ich habe bereits einen blühenden Löwenzahn gesehen.

  3. Emma, 14.01.2022, 17:41

    lch kann mich gut an den letzten Winter erinnern. An meinem Wohnort, gab es doch dreimal richtig Schnee, was ich ganz toll gefunden habe. Aber das jetzige Wetter, gefällt mir natürlich auch, in der Nacht kalt und tagsüber sonnig und blauer Himmel, vielen Dank Emma