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Erich gibt den Ton an

24 January 2022, 2 Comments
Topics: Weather

An der Grosswetterlage und am Wettercharakter hatte sich heute Montag grundsätzlich wenig verändert. Meteorologisch federführend war weiterhin Hoch «Erich». Der heutige Tag geht unter der Kategorie «unten grau, oben blau» in die Geschichtsbücher ein.

Eitel Sonnenschein in Merligen, oberhalb des Thunersees. Bild: Meteomeldung/App
Eitel Sonnenschein in Merligen, oberhalb des Thunersees. Bild: Meteomeldung/App

Hochverlagerung und abnehmende Bise

Enlargement: Analyse Bodenwetterkarte um 7 Uhr. Hoch Erich dominiert das Wetter in Mitteleuropa.
Analyse Bodenwetterkarte um 7 Uhr. Hoch Erich dominiert das Wetter in Mitteleuropa.
Deutscher Wetterdienst

Hoch Erich verlagerte seinen Kern seit gestern von den Benelux-Staaten in Richtung Osteuropa. Die Bise schwächte sich über dem Schweizer Mittelland zwar ab, war aber weiterhin in schwacher Intensität vorherrschend.

Ausgedehnter Hochnebel

Mit dieser Ausgangslage hatte der Hochnebel selbstredend ein leichtes Spiel. Am Vormittag lag er über weiten Teilen des Mittellands, den Voralpen entlang und stellenweise in den Alpentälern. Die Obergrenze lag um 1000 Meter, sank also im Vergleich zu gestern etwas ab. 

Auflösung im Westen

Die Auflösung gestaltete sich vor allem im Mittelland schwierig. Am Nachmittag lockerte bzw. löste sich der Hochnebel vor allem an den Rändern sowie im Westen auf, im zentralen und östlichen Mittelland hingegen blieb es oft grau.

Dunst im Tessin

Im Tessin blieb es zwar wolkenlos, die Sicht war jedoch wegen Dunst in der Grundschicht eingeschränkt.  

Enlargement: Der Blick vom San Salvatore Richtung Norden / Lugano offenbart den Dunst in der Grundschicht.
Der Blick vom San Salvatore Richtung Norden / Lugano offenbart den Dunst in der Grundschicht.
roundshot.ch

Meist windschwache Verhältnisse

Wie bereits weiter oben erwähnt, blies heute im Mittelland nur noch eine schwache Bise, in den Bergen wehte stellenweise ein mässiger Ost- bis Nordostwind (Titlis bis 73 km/h). In der Region Basel wehte der Möhlinjet (St. Chrischona 58 km/h, auf der Alpensüdseite stellenweise mässiger Nordföhn (Simplon Dorf 41 km/h).

Von kalt bis mild

In den Nebelregionen machte die Temperatur keine grossen Sprünge, nach knappen Minusgraden am Morgen lagen die Maxima am Nachmittag bei rund 1°C bis 3°C. Auf der Alpensüdseite hingegen wurden mit Nordwindunterstützung 7 bis 11 Grad erreicht.  

Der Morgen zeigte sich in den Alpentälern von der kalten Seite, z.B. wurden in Einsiedeln und Ilanz rund -10°C, in höher gelegenen Tälern des Juras und der Alpen -15°C bis -18°C (La Brévine, Samedan, Andermatt) gemessen.

Abgesehen von den Kaltluftseen wurde in den Bergen mit der Absinkbewegung im Hoch wieder milde Temperaturen registriert, auf dem Chasseral (1594 m) beispielsweise ein Maximum von 6.5°C.

Enlargement: Maximumtemperatur bis 14 Uhr.
Maximumtemperatur bis 14 Uhr.

Erichs Rücktritt

Zunächst dominiert Hoch Erich noch das Wettergeschehen über Mitteleuropa, eine Hochdruckbrücke verbindet ihn zu einem Hoch über Russland. Aber sein Einfluss schwindet, aus (Nord-)Westen droht Ungemach, der Rücktritt scheint unumgänglich.

Am Donnerstagabend dürfte uns aus Nordwesten eine erste Schneefront erreichen. In der Folge steigt die Spannung. Am Vorhersagehorizont zeichnet sich nächste Woche eine Nordwestlage ab. Wie ausgeprägt diese ausfallen wird, ist noch unsicher. Auf jeden Fall dürfen die Skigebiete der Alpennordseite auf Neuschnee hoffen.

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Comments (2)

  1. Marco, 25.01.2022, 01:44

    Sie erwähnen im Text den Möhlinjet, der am Abend immer noch mit 50-60km/h bläst. Weshalb wird dies im abendlichen Wetterbericht nicht erwähnt? Oder braucht es eine bestimmte Mindest-Windgeschwindigkeit, dass lokale Windsysteme im Wetterbericht erwähnt werden (z.B. Joran, Guggiföhn, Malojawind usw.)?

    1. MeteoSwiss, 25.01.2022, 07:48

      Guten Morgen Marco
      Damit der Wind im Wetterbericht erwähnt wird, muss er mindestens mässige Intensität erreichen. Dies ist beim Möhlinjet grundsätzlich gegeben, allerdings werden lokale Windphänomene üblicherweise nicht erwähnt. Wenn wir alle lokalen Gegebenheiten erwähnen würden, so würde der Wetterbericht unter Umständen mehrere Seiten umfassen. Ausserdem weiss die lokale Bevölkerung um die Eigenheiten in ihrer Region meistens sehr gut Bescheid.
      Beste Grüsse
      MeteoSchweiz