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Die Schneesaison geht weiter

5 January 2022, 1 Comment
Topics: Weather

Das Tiefdruckgebiet welches gestern mit seiner südwestlichen Strömung für milde Temperaturen sorgte, hat sich von Frankreich nach Polen verlagert und dabei in der Nacht auf heute eine Kaltfront zum Alpenraum geführt. Es wurde nicht nur kühler, sondern es wurde auch für eine Ladung Neuschnee gesorgt.

Die angezuckerte Lägern sorgte dank der saftigen Feldern und der ab und an hervorscheinenden Sonne für ein Kunstwerk. Foto: Daniel Buck
Die angezuckerte Lägern sorgte dank der saftigen Feldern und der ab und an hervorscheinenden Sonne für ein Kunstwerk. Foto: Daniel Buck

Neuschnee

Gestern Abend erreichte aus Nordwesten eine Kaltfront die Schweiz. Diese hatte nicht nur viel Feuchtigkeit im Gepäck, sondern wie der Name schon sagt, brachte die Front auch kühlere Polarluft zum Alpenraum. So sank im Verlauf des Ereignisses die Schneefallgrenze. In den untenstehenden Grafiken ist die modellierte Schneefallgrenze farblich dargestellt. Beginnend von der Nordwestschweiz her sickerte die kalte Luft ins Mittelland und erreichte dann allmählich die Alpentäler.

Enlargement: Prognostizierte Schneefallgrenze des Cosmo-1E Modell (Control) vom 4.01.2022 um 21 UTC
Prognostizierte Schneefallgrenze des Cosmo-1E Modell (Control) vom 4.01.2022 um 21 UTC
Enlargement: 24 Stunden Temperaturdifferenz um 10 UTC. Zum Beispiel in Delémont war es 15.4°C kälter als gestern um dieselbe Zeit. Auf der Alpensüdseite dagegen war es heute wärmer, dies ist aber nicht nur dem Nordwind geschuldet, sondern auch der Sonne. Gestern war es auf der Alpensüdseite bewölkt.
24 Stunden Temperaturdifferenz um 10 UTC. Zum Beispiel in Delémont war es 15.4°C kälter als gestern um dieselbe Zeit. Auf der Alpensüdseite dagegen war es heute wärmer, dies ist aber nicht nur dem Nordwind geschuldet, sondern auch der Sonne. Gestern war es auf der Alpensüdseite bewölkt.

Heute Morgen um 8 Uhr sind in den Alpen oberhalb 1500 Meter durchschnittlich 10- 20 cm Neuschnee gemessen worden, lokal sogar bis 25 cm. Einzelne Gebiete, wie zum Beispiel die südlichen Walliser Alpen, haben aufgrund der Anstömungsrichtung weniger Niederschlag abbekommen und demnach wurde heute Morgen auch weniger Neuschnee gemessen.

Enlargement: Gemessene 24 Stunden Neuschneesummen. Interaktive Karte auf www.slf.ch
Gemessene 24 Stunden Neuschneesummen. Interaktive Karte auf www.slf.ch
WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung, SLF

Die Kaltfront verlagerte sich weiter Richtung Osten. Mit einer nordwestlichen Höhenströmung wurde die Feuchtigkeit an den Voralpen gestaut. So schneite es am Vormittag am Alpennordhang sowie auch in Graubünden noch weiter.

Nach dem Frontdurchgang wurde mit der nordwestlichen Höhenströmung trockenere Luft zur Schweiz geführt. Dies sorgte ab dem späteren Vormittag besonders am Jurasüdfuss für längere sonnige Abschnitte.

Nordgradient

Auf der Alpennordseite erfolgte mit dem Einfliessen der Kaltluft ein Druckanstieg, so dass sich ein Nord-Süd Gradient aufbauen konnte. Die untenstehende Grafik zeigt den Verlauf der Druckdifferenzen zwischen Kloten und Lugano und zeigt deutlich wie der Nordüberdruck zunimmt. Gestern befand sich die Schweiz noch in einer milden südwestlichen Höhenströmung und dementsprechend wurde gestern ein Südüberdruck gemessen (nicht abgebildet).

Enlargement: Gemessener (blaue Linie) und prognostizierter (anhand verschiedener Modelle) Verlauf der Druckdifferenz.
Gemessener (blaue Linie) und prognostizierter (anhand verschiedener Modelle) Verlauf der Druckdifferenz.

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Comments (1)

  1. A . Lombardi, 05.01.2022, 19:57

    Dear All! Einfach schön! Noch eine Frage werte Atmosphärenphysiker:innen... kann mich jemand erklären, wieso bei der Wolkenanimation (letztes Bild von 12:00 UTC) sehe ich wie "Kreisen" (gleiche wie beim Stein ins Wasser fallen lassen), wie wenn das Zentrum ca. Mitte des linken Randes des Bildes wäre? Ist oreographisch bestimmt? Falls Ja, welche Bergen/Hügeln verursachen so was? Muss die Wolchenbewegung eine bestimmte "Frontalrichtung" haben, damit ein solches Muster erkennbar ist? Oder ist ein "gost", was ich nicht glaube? Vielen Dank für Ihre Hilfe. Beste Grüsse, A.