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Austauscharme Wetterlage

15 January 2022, 8 Comments
Topics: Weather

Die aktuelle Wetterlage führt in den Niederungen zu einem Anstieg der Feinstaubwerte. Diese dürften mit einer schwachen Störung auf Montag nur vorübergehend etwas zurückgehen.

Schöne Eisformen im Sagenraintobel bei Wald im Zürcher Oberland aufgenommen von M. Grundlehner.
Schöne Eisformen im Sagenraintobel bei Wald im Zürcher Oberland aufgenommen von M. Grundlehner.

Hoch schwächt sich etwas ab, Feinstaubwerte steigen noch.

Am Samstag schwächte sich das umfangreiche und immer noch recht kräftige Hochdruckgebiet über Mitteleuropa weiter etwas ab. Damit dauerte die austauscharme Wetterlage an und liess die Feinstaubwerte in den Niederungen weiter ansteigen.

Enlargement: In der Morgenanalyse lag das Zentrum des umfangreichen und sich etwas abschwächenden Hochdruckgebiets über Deutschland. Quelle: Deutscher Wetterdienst
In der Morgenanalyse lag das Zentrum des umfangreichen und sich etwas abschwächenden Hochdruckgebiets über Deutschland. Quelle: Deutscher Wetterdienst

Etwas verbreiteter Nebel als noch am Vortag

Nach einer klaren und kalten Nacht bildete sich gegen den Morgen hin in den dunstigen Niederungen der Alpennordseite gebietsweise Nebel. Dies geschah in der zunehmend gealterten und damit auch verunreinigten Luft etwas verbreiteter als noch am Vortag. Auffallend war wieder, dass der Nebel vor allem in der Nähe der grösseren Gewässer entstand. Der grosse Temperaturunterschied zwischen der kalten Luft und dem wärmeren Wasser sorgte dabei für eine Feuchtigkeitszunahme in der untersten Luftschicht.

Enlargement: Am Flughafen in Zürich bildete sich bis am Morgen viel Reif aber nur lokal gefrierender Nebel. Aufnahme: S. Burri
Am Flughafen in Zürich bildete sich bis am Morgen viel Reif aber nur lokal gefrierender Nebel. Aufnahme: S. Burri

Gebietsweise zäher Nebel, sonst sonnig

Dieser meist gefrierende Nebel löste sich im Tagesverlauf nur stellenweise auf. Sonst schien vom Morgen bis am Abend die Sonne von einem blauen Himmel. Über der Nebel- oder Dunstgrenze bei 700 bis 800 Metern war die Fernsicht vor allem in den Bergen gut bis sehr gut.

Enlargement: Auf dem hochaufgelösten Bild (250 m) des Terra-Satelliten der NASA unterscheiden sich die regionalen Nebelgebiete nur mit einem leichten Grauton von den schneebedeckten Bergen und Hügeln.
Auf dem hochaufgelösten Bild (250 m) des Terra-Satelliten der NASA unterscheiden sich die regionalen Nebelgebiete nur mit einem leichten Grauton von den schneebedeckten Bergen und Hügeln.

Oft klare und kalte Nacht

In der oft klaren und kalten Nacht sank die Temperatur in den Niederungen auf etwa -2 bis -7 Grad. Über Null blieb es zum Teil in erhöhten Lagen: am mildesten war es dabei mit +7.7 Grad auf dem Monte Generoso in 1600 Metern Höhe.

Enlargement: In der vergangenen Nacht wurden teils sehr unterschiedliche Minima von MeteoSchweiz gemessen.
In der vergangenen Nacht wurden teils sehr unterschiedliche Minima von MeteoSchweiz gemessen.

In der Höhe und im Süden am Nachmittag sehr mild

Am Nachmittag erreichte die Temperatur in den Niederungen im Norden 1 bis 6, im Süden 9 bis 14 Grad. In 2000 Metern Höhe war es mit etwa +7 Grad sehr mild für die Jahreszeit.

Enlargement: An den Südhängen war es in der Höhe heute Nachmittag fast schon frühlingshaft mild wie hier in Gonten (AI). Aufnahme: J. Fisler
An den Südhängen war es in der Höhe heute Nachmittag fast schon frühlingshaft mild wie hier in Gonten (AI). Aufnahme: J. Fisler

Meist nur schwachwindig

In den Niederungen war es meist nur schwachwindig. Auch in den Bergen wehte der Wind nur lokal mässig und drehte im Tagesverlauf von Ost über Süd auf West. Einzig im Bergell blies bis gegen Mittag noch ein böiger Nordostwind.

 

Enlargement: Zwischen Nebelauflösung und starkem Dunst präsentierte sich heute am frühen Nachmittag die Berner Altstadt, das Münster und das Bundeshaus vom Rosengarten aus gesehen. Aufnahme Ch. Hayoz
Zwischen Nebelauflösung und starkem Dunst präsentierte sich heute am frühen Nachmittag die Berner Altstadt, das Münster und das Bundeshaus vom Rosengarten aus gesehen. Aufnahme Ch. Hayoz

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Comments (8)

  1. Anne, 16.01.2022, 09:42

    Guten Morgen, allerseits!
    Ich habe eine kurze Frage zu dem kleinen Druckausschlag um kurz vor 21 Uhr gestern Abend (15. Januar) auf dem Jungfraujoch. Könnte das die Druckwelle der Tonga-Eruption sein? Wir zanken uns hier gerade - deswegen die Frage.
    Viele Grüsse!

    1. MeteoSwiss, 16.01.2022, 10:09

      Guten Morgen Anne, Ja, die Druckwelle der Eruption des Hunga Tonga ist auf der ganzen Welt in den Messerwerten zu sehen, so auch gestern Abend in der Schweiz. Mehr Infos dazu gibt es im heutigen Blog. Beste Grüsse, MeteoSchweiz

  2. Antonio, 15.01.2022, 18:47

    Liebes Meteoschweiz Team
    In Basel blieb heute der Nebel zäh und wir hatten einen Eistag. Haben Sie eine Erklärung dafür, wieso im oft nebelfreien Basel dieser heute extrem dicht war? Andere Stationen des Mittellands, aber auch Möhlin registrierten heute Sonne.
    Danke und Gruss
    Antonio

    1. MeteoSwiss, 15.01.2022, 20:34

      Guten Abend Antonio
      Die Situation war heute in der Tat etwas speziell. In Basel wehte tagsüber ein schwacher Nordwestwind, wodurch die feuchte und kalte Nebelluft aus dem Oberrheingraben bis nach Basel vorstossen konnte. Die Temperatur verharrte ziemlich konstant bei rund -2 Grad. In Möhlin hingegen wehte bis am Abend ein mässiger Südostwind (schwacher «Möhlinjet» durch das Ausfliessen der Kaltluft aus dem Mittelland). Mit viel Sonnenschein stieg die Temperatur auf 4 Grad.
      Beste Grüsse
      MeteoSchweiz

  3. Mike (Basel), 15.01.2022, 18:42

    Interessanter Temperaturverlauf heute in Basel und wieder einmal eine sehr schlechte Temperaturprognose, die sich schon über die letzten Tage hinzieht. Am 12. Januar wurde als Tmin - 3°C vorausgesagt. Geworden sind es wie am Folgetag fast - 6 °C. Auch heute wurde nur ein Tmin von - 2 oder -3 °C prognostiziert. Geworden sind es wieder -5.1 °C. Es gab nach dem Sonnenaufgang mit einfliessender Kaltluft und Hochnebel aus dem Oberrheingraben einen starken Temperatursturz. Das kam in der Vergangenheit schon häufig vor und ich kann mich nicht erinnern, dass das jemals richtig prognostiziert wurde.
    So waren es um 7 Uhr noch -2.6 °C. Nur eine Stunde später lag die Temperatur nur noch bei -5.1 °!
    Auch die Grafiken in der Lokalprognose stimmen weder mit der aktuellen Temperatur, noch mit den angegebenen Temperaturspread überein. So soll es bspw. um 11 Uhr -2.1 °c gewesen sein.
    https://s20.directupload.net/images/user/220115/tbgroqw7.png
    Tatsächlich waren es ca. -4 °C.

    1. Marco, 15.01.2022, 20:59

      Es kommt auch aus meiner Sicht immer wieder mal vor, dass diese 'Nebeleinbrüche' aus NW die Temperaturprognose über den Haufen werfen. Liegt das an der Modellauflösung oder haben die Modelle grundsätzlich Mühe mit ähnlichen Konstellation? Sogar in der extremen Kurzfrist war heute die Temperaturpognose falsch (um ca. 13:30 Uhr wurden in der App noch 1 vorhergesagt). Auch in der Textprognose war meines Wissens nicht von einem Nebeleistag in Basel die Rede. Somit war Basel heute Nachmittag eine der kältesten Stationen der Schweiz (ähnlich dem Jungfraujoch, dort Tmax -2.5°, Basel um 13 Uhr -2.4°).

    2. MeteoSwiss, 15.01.2022, 22:33

      Hallo Marco, die grosse Herausforderung für die Modelle ist in der Tat u.a. immer noch der Nebel, sowohl die Nebelbildung, -ausdehnung und -auflösung. In Basel hat sich heute der Nebel entgegen der Prognose der Modelle nicht aufgelöst. Entsprechend stieg auch die Temperatur kaum an (-0.6 Grad). Dies im Gegensatz zum nicht weit entfernten Möhlin, wo es nebelfrei war und die Sonne über 7 Stunden schien. Die Temperatur stieg dort auf 4 Grad.

    3. Mike (Basel), 15.01.2022, 22:59

      Also es war ja in Basel, soweit ich das beobachten konnte, bis zum Sonnenaufgang sternenklar und gar nicht so extrem kalt. Mit dem Sonnenaufgang drehte dann der Wind schlagartig auf NW und so begann die Kaltluftadvektion aus dem Oberrheingraben mit Nebelaufzug und Temperatursturz.