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Verbreitet winterlich

29 November 2021, 2 Comments
Topics: Weather

Der Winter hat definitiv zugeschlagen. Mit einem Schub von recht feuchter Polarluft fiel in der Nacht auf Montag auf der Alpennordseite verbreitet Schnee, an einigen Orten nicht zu knapp. Dahinter strömte aus Norden etwas trockenere Luft heran, so dass im Flachland und teilweise inneralpin die Schneefälle nachliessen und sich die Bewölkung etwas auflockerte. Den Alpen entlang blieb es bewölkt, und es schneite noch weiter. Wegen dem Stau am Alpennordhang blieb die Alpensüdseite typischerweise im Lee der Alpen begünstigt und profitierte von viel Sonnenschein und milderen Temperaturen.

Am Uetliberg am Morgen noch wolkenverhangen mit letzten Schneeflocken. Auf dem Bild fielen hier geschätzt gut 15 cm Neuschnee. Bildquelle: J. Fisler
Am Uetliberg am Morgen noch wolkenverhangen mit letzten Schneeflocken. Auf dem Bild fielen hier geschätzt gut 15 cm Neuschnee. Bildquelle: J. Fisler

Beachtliche Neuschneemengen

In der Nacht auf Montag schlug der Winter vor allem in der Deutschschweiz so richtig zu und brachte bis in die Niederungen verbreitet Schneefall. Mit dem Tagesbeginn wurden im Flachland 1 bis 8, in den Alpentälern 10 bis 15 lokal über 20 cm und in den Berglagen des Alpennordhanges zwischen 20 bis 30, lokal 40 bis 50 cm gemessen. Zuhinterst im Glarnerland an der Station Tierfehd bei Linthal wurden auf 810 Metern sogar 49 cm gemessen! Inneralpin, gegen Westen hin und im Wallis fielen die Neuschneemengen weniger hoch aus.

Enlargement: Analyse der Neuschneemengen am 29. November 2021 um 6 UTC aus Messstationen und Radarmessungen.
Quelle: MeteoSchweiz
Analyse der Neuschneemengen am 29. November 2021 um 6 UTC aus Messstationen und Radarmessungen. Quelle: MeteoSchweiz

Im Flachland und inneralpin tagsüber Beruhigung

Mit dem Zustrom von weniger feuchter Polarluft aus Norden liessen im Laufe des Tages die Schneeschauer im Flachland und im Jura, aber auch teilweise inneralpin nach. Die Bewölkung lockerte sich auf und liess etwas Sonne durch. Dadurch erreichten die Temperaturen im Flachland Werte zwischen 2 und 5 Grad, so dass der Schnee teilweise wieder wegschmolz.
Am Nachmittag konnten sich in der instabilen polaren Luftmasse wieder einzelne grössere Quellwolken bilden, welche lokale Schneeschauer auslösten.

Enlargement: Aufgelockerte Bewölkung am frühen Nachmittag bei Schaffhausen mit Blick Richtung West-Nordwest (am linken Bildrand Beringen). Rechts im Bild grössere Quellwolken mit schwachen Schauern.
Aufgelockerte Bewölkung am frühen Nachmittag bei Schaffhausen mit Blick Richtung West-Nordwest (am linken Bildrand Beringen). Rechts im Bild grössere Quellwolken mit schwachen Schauern.
Quelle: MeteoSchweiz

Der Süden mit Nordwind begünstigt

Dank einem Nordüberdruck von fast 9 hPa sorgte ein kräftiger Nordwind auf der Alpensüdseite für recht sonnige Verhältnisse, nur den Alpen entlang und im Engadin blieb es von Norden her noch oft bewölkt.
Der böige Nordwind erreichte über den Bergen Windspitzen von 70 bis 85 km/h und erreichte in den Niederungen bis nach Lugano noch knapp 50 km/h.

Enlargement: Blick von der MeteoSchweiz Webcam Montagnola Richtung Flughafen Lugano-Agno mit fast wolkenlosem Himmel.
Blick von der MeteoSchweiz Webcam Montagnola Richtung Flughafen Lugano-Agno mit fast wolkenlosem Himmel.
Quelle: MeteoSchweiz

Ist so ein früher Wintereinbruch im Flachland selten?

Betrachtet man die letzten 50 Jahre beispielsweise an der Messstation Zürich Flughafen, dann ist messbarer Neuschnee im November gar nicht so selten. Dennoch erkennt man einen gewissen Abwärtstrend. Mehr als 4 Tage mit messbarem Neuschnee gab es am Flughafen seit 1985 nicht mehr.

Enlargement: Anzahl Tage mit messbarem Neuschnee im November von 1971 bis 2021 am Flughafen Zürich-Kloten.
Anzahl Tage mit messbarem Neuschnee im November von 1971 bis 2021 am Flughafen Zürich-Kloten.
Quelle: MeteoSchweiz

Weitere Schneefälle vor allem in den Bergen

Und es geht noch weiter: In den nächsten Tagen verbleibt der Alpenraum im Einflussbereich einer tiefdruckbestimmten West bis Nordwestlage. Dabei werden immer wieder aktive Frontensysteme über die Schweiz hinweggeführt.
Die Schneefallgrenze steigt zeitweise in mittlere Höhenlagen von 1000 bis 1500 Meter an, sinkt dazwischen aber auch wieder bis in die Niederungen ab.
Daher werden die Berglagen, insbesondere in den Nordstaugebieten bis Ende der Woche mit weiteren, beträchtlichen Schneemengen bedient. Am Alpennordhang können bereits bis Donnerstagmittag (2. Dezember) oberhalb von 1500 Metern 40 bis 60, lokal um 80 cm Neuschnee erwartet werden. Für den Wintersport bedeutet dies vielerorts für längere Zeit eine gute Schneesicherheit. Allerdings heisst dies auch eine Verschärfung der Lawinengefahr

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Comments (2)

  1. Andreas Schnyder, 30.11.2021, 07:26

    Ja im November 1985 war ich im WK und so muss Sibirien gewesen sein. Unvergessen!

    1. Selina, 30.11.2021, 21:00

      👏