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Herzliche Gratulation!

19 November 2021, 7 Comments
Topics: Weather

Was haben Gerste, Mehl und Nebel gemeinsam? Die Antwort auf diese knifflige Frage ist eigentlich simpel,…

Dichter Nebel am Flughafen Zürich. A. Tobler
Dichter Nebel am Flughafen Zürich. A. Tobler

…denn gemeinsam haben die Dreien, dass sie heute Gratulationen entgegennehmen dürfen. Weil: Heute ist der Tag der Suppe*! Und zur Feier des Tages nahm denn auch die Nebelsuppe einen prominenten Platz im heutigen Wettergeschehen ein.

*Quelle: kuriose-feiertage.de
Enlargement: Nebelsuppe in Freienwil.
Nebelsuppe in Freienwil.
Meteomeldung/App

Rezept Nebelsuppe

Rufen wir uns doch kurz das einfache Rezept für eine feine Nebelsuppe in Erinnerung:

  • Wenig Bewölkung (gute Abstrahlung)
  • Wenig Wind
  • Eine Prise Feuchtigkeit

Je mehr Zeit man investiert (also je länger die Nacht dauert), desto eher und besser gelingt das Rezept. So befanden sich heute Morgen weite Teile des Schweizer Mittellandes in einer schönen, dichten Nebelsuppe. Die Obergrenze lag bei rund 600 bis 800 Metern. Den Voralpen entlang und gegen Westen hin lag die Obergrenze bei 800 bis 1100 Metern. Auch im Südtessin zeigte sich am Vormittag eine Hochnebeldecke.

Enlargement: Satellitenbild / Nebelverteilung um 9 Uhr. Die weissen resp. grauen Bereich zeigen Nebel oder tiefen Hochnebel. Schneebedeckte Oberflächen werden türkisfarben dargestellt.
Satellitenbild / Nebelverteilung um 9 Uhr. Die weissen resp. grauen Bereich zeigen Nebel oder tiefen Hochnebel. Schneebedeckte Oberflächen werden türkisfarben dargestellt.
MeteoSchweiz

Tiefere Obergrenze

Im Vergleich zu gestern lag die Obergrenze des Nebels heute deutlich tiefer. Grund dafür war eine zunehmende Subsidenz (Absinkbewegung im Hoch) sowie ein abnehmender Bisengradient. Eine schwache Bise war jedoch noch vorhanden, was auch die höhere Obergrenze an den Voralpen und im Westen erklärt.

Enlargement: Vergleich Sondierung Payerne, Donnerstag 1 Uhr (schwarz) und Freitag 1 Uhr (grün). Windstärke und –Richtung (rechts) sowie Temperatur und Taupunktskurve (durchgezogene/gestrichelte Linie). Je näher die beiden Linien zusammenliegen, desto feuchter die Verhältnisse. Die Subsidenz nahm auf heute zu, die Bise in der Grundschicht leicht ab. Dies führte zu einer deutlich tieferen Nebelobergrenze.
Vergleich Sondierung Payerne, Donnerstag 1 Uhr (schwarz) und Freitag 1 Uhr (grün). Windstärke und –Richtung (rechts) sowie Temperatur und Taupunktskurve (durchgezogene/gestrichelte Linie). Je näher die beiden Linien zusammenliegen, desto feuchter die Verhältnisse. Die Subsidenz nahm auf heute zu, die Bise in der Grundschicht leicht ab. Dies führte zu einer deutlich tieferen Nebelobergrenze.

Cirrenfelder

Der Nebel zeigte sich heute zäh, eine Auflösung fand bis Mitte Nachmittag kaum statt. Unter dem Nebel erreichte die Temperatur am Nachmittag lediglich 1 bis 4 Grad.

Über dem Nebel war es abgesehen von hohen Wolkenfeldern sonnig. Diese zeigten sich vor allem in den östlichen Regionen und stammten von einer Warmfront über Deutschland / Polen. Die Cirren wurden mit den nordöstlichen Höhenwinden zur Schweiz geführt.

Enlargement: Satellitenbild und Druckverhältnisse auf rund 5700 Metern um 10 Uhr, Bodenwetterkarte um 7 Uhr. Dichte Cirrenfelder der Warmfront (Violett) haben heute mit nordöstlichen Höhenwinden die Schweiz gestreift.
Satellitenbild und Druckverhältnisse auf rund 5700 Metern um 10 Uhr, Bodenwetterkarte um 7 Uhr. Dichte Cirrenfelder der Warmfront (Violett) haben heute mit nordöstlichen Höhenwinden die Schweiz gestreift.
MeteoSchweiz / Deutscher Wetterdienst

Nicht sehr wässrig

Zwar gab es im November häufig Nebelsuppe, aber wässrig war der Monat bisher nur in wenigen Regionen.

Enlargement: Bisherige Niederschlagssumme November (1. bis 18. November) im Vergleich zum langjährigen Mittel (1981-2010) in Prozent.
Bisherige Niederschlagssumme November (1. bis 18. November) im Vergleich zum langjährigen Mittel (1981-2010) in Prozent.

Auf der Alpennordseite und im Wallis fielen bisher erst 10 - 50% des üblichen Monatsniederschlags. Am wenigsten fiel im westlichen Mittelland mit rund 15% (z.B. Genf, Neuenburg, Chaumont). Etwas mehr war es in weiten Teilen des Tessins mit 50 - 80%. Am wässrigsten war es prozentual gesehen bisher im Kanton Graubünden. In Nord- und Mittelbünden fielen rund 70 bis 100%. Der Gewinner ist das Engadin und das Münstertal. Dort wurde das Monatssoll bereits an den meisten Stationen erfüllt bzw. deutlich überschritten (z.B. Scuol 127%, Samedan 115%).

Es scheint so, als dass das letzte Novemberdrittel ein eher tiefdruckbestimmtes Ende nimmt. So könnten auch die noch unterwässerten Regionen etwas aufholen.

Kulinarischer Tipp zum Schluss

Apropos Graubünden: Die Gerstensuppe ist eine der Lieblingssuppen des Bloggers. Diese kennt wohl jedes Kind in der Schweiz. Und es existieren in Graubünden wohl deutlich mehr Rezeptvarianten als Nebeltage.

Unbekannter, aber nicht minder fein, ist folgende Suppe: Rüebli-Curry-Suppe. Ein Rezept findet sich hier.

En Guete!

Und welche Lieblingssuppe haben Sie? Die kalte Jahreszeit vor Augen können neue Rezepte/Ideen nicht schaden. Wenn Sie mögen, teilen Sie es uns via Kommentarfunktion mit.  

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Comments (7)

  1. Urs Imhof, 19.11.2021, 22:46

    Mir fällt auf das in unserer Region immer häufiger hartnäckiger tiefer Nebel liegt.
    Kann es sein das die Untergrenze des Nebels tiefer liegt oder irre ich mich.
    Gruss aus der Nebelsuppe

  2. Maria, 19.11.2021, 21:41

    Griessnockerlsuppe und Frittatensuppe. Je mehr Einlage, desto besser :)
    Merci für die abwechslungsreichen Berichte des Wettergeschehens!

  3. Henry Skeleton Key, 19.11.2021, 20:23

    Rezept Nebelsuppe
    Zutaten für zwei große Teller:
    ½ l Kümmelwasser
    ¼ l Rahm
    2 dag Mehl (1 Esslöffel)
    eine Prise Salz
    etwas Knoblauch
    Erdäpfel
    Die "Nebelsuppe" ist als "Rahmsuppe" in vielen Variationen bekannt - im 1890 etwa mit einem Schuss Essig und anstatt der Erdäpfel mit gerösteten Schwarzbrotwürfeln.

    der Schreibhandwerker als Schlemmer von Ur-Oma

  4. W. Carole, 19.11.2021, 19:53

    Lustiger Blogeintrag 😅👍. Ich hatte heute die Erleuchtung als ich aus der Thurgauer Nebelsuppe ins sonnengeflutete St. Galler Rheintal fuhr. Ich empfehle Thurgauer Mostsuppe (passt vorzüglich zur Nebelsuppe). Mit St. Galler Brot und Appenzellerkäse ein wahres Ostschweizer Trio. Än Guete.

  5. K. Marlis, 19.11.2021, 18:40

    Sehr lustiger und erfrischender blog! Da wir hier im engadin keine nebelsuppe hatten, probier ich doch mal das rüeblisuppenrezept, tönt lecker, und rüebli sind diesen sommer im garten wieder super gediehen!

    1. Lilli, 20.11.2021, 08:26

      Ja, zur Nebelsuppe draussen passt eine warme, „chüschtige“ z.B. Gersten-Suppe im Teller wunderbar.😋😋

    2. Lilli, 20.11.2021, 08:30

      Danke für den „witzigen“ Nebelsuppen-Blog 🌫