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Finde die 10 Unterschiede

17 November 2021, 2 Comments
Topics: Weather

Nein, es sind nicht ganz 10 Unterschiede, in welchen die heutige Wetterlage von derjenigen der vorangehenden Tage abweicht, zugegeben. Und doch haben sich ein paar Aspekte verändert, die wir im heutigen Wetterblog diskutieren.

Sonnenuntergang auf dem Speer (SG, 1950m). Der Grat zwischen dem Gipfel des Speers und dem im Vordergrund erkennbaren Federispitz wird mit Nordwestwind vom Hochnebel überströmt. Bild: Markus Kägi
Sonnenuntergang auf dem Speer (SG, 1950m). Der Grat zwischen dem Gipfel des Speers und dem im Vordergrund erkennbaren Federispitz wird mit Nordwestwind vom Hochnebel überströmt. Bild: Markus Kägi

Grosswetterlage weiterhin unverändert

Die Grosswetterlage ist bestimmt von einem Hoch, welches sich von den Azoren über die Biskaya hinweg keilförmig zum Alpenraum ausweitet. An der nordöstlichen Flanke des Hochs näherte sich heute eine gealterte, okkludierende Front vom Ärmelkanal her Mitteleuropa.

Enlargement: Wetterlage am heutigen Mittwoch 17. November 2021 um 12 UTC
Wetterlage am heutigen Mittwoch 17. November 2021 um 12 UTC

Über dem Mittelmeer liegt nach wie vor ein Tiefdruckgebiet, welches gebietsweise für sehr aktives Wetter sorgt. Dazu später mehr, doch zunächst zum Hochnebel.

Ansteigende Hochnebelobergrenze

Ein kurzer Rückblick: Am Montag und Dienstag lag die Hochnebelobergrenze bei rund 1500 Metern. Die Bise flaute ab und in den nordöstlichen Landesteilen drehte der Wind auf westliche Richtungen. Normalerweise nimmt die Mächtigkeit des Kaltluftsees auf der Alpennordseite bei einem generellen Wechsel der Windrichtung von Nordost auf Südwest mit der Zeit ab, so dass das Nebelmeer eigentlich etwas absinken und sich aus den Alpentälern zurückziehen müsste.

Am heutigen Mittwochmorgen jedoch stieg das Nebelmeer am Alpennordhang leicht an, wie in der folgenden Bildsequenz vom Weissenboden in Biel-Kinzig im Urner Schächental (1720m) zwischen Sonnenaufgang und 09:50 Uhr erkennbar:

Enlargement: Blick vom vorderen Weissenboden (1720m) über das mit Hochnebel bedeckte Schächental nach Süden (linke Bildhälfte) über West (Bildmitte) nach Norden (rechte Bildhälfte, die markanten Gipfel sind der spitzige Rossstock (2461m) und der Fulen (2491m).
Blick vom vorderen Weissenboden (1720m) über das mit Hochnebel bedeckte Schächental nach Süden (linke Bildhälfte) über West (Bildmitte) nach Norden (rechte Bildhälfte, die markanten Gipfel sind der spitzige Rossstock (2461m) und der Fulen (2491m).

Während gestern der Südhang zwischen Rigi Staffel und Kulm noch über dem Nebelmeer an der Sonne lag (links) drang heute das Nebelmeer bis fast auf die Kamerahöhe von knapp 1800 m ü. M.

Einen Erklärungsansatz liefert der Blick auf das Windfeld auf der Alpennordseite: Mit auffrischendem Wind ist aus nordwestlicher Richtung eine frische Luftmasse von der Nordwestschweiz über den östlichen Jurabogen sowie dem Hochrhein und dem Unterlauf der Aare folgend in das zentrale und östliche Mittelland vorgestossen.

Die vorgelagerte alte Nebelluft wurde dabei weit in die oberen Alpentäler «hineingeschoben» und gleichzeitig, dem ansteigenden Gelände folgend, angehoben. An einigen Messstationen in den Voralpen und am Juranordfuss wurden dabei schwache Niederschläge gemessen.

Blick über den Tellerrand hinaus:

Am Vortag und in der Nacht zogen heftige Gewitter mit mehreren Tornados über den Süden Siziliens hinweg. Eine Satellitenbild-Animation der nächtlichen Gewitter ist im folgenden Video verlinkt. In den sozialen Medien finden sich ausserdem zahlreiche Videos von Beobachtern vor Ort:  

https://twitter.com/i/status/1460716397986828289 (Quelle: Twitter)

https://twitter.com/i/status/1460894147653431297 (Quelle: Twitter)

 

Satellitenbild-Animation: Infrarot, tagsüber dem Bild im sichtbaren Spektralbereich überlagert. Farbflächen zeigen die Oberflächentemperatur der sehr hochreichenden Gewitterwolken südlich von Sizilien an. Gelb-orange Farben deuten sehr kalte Wolkenobergrenze an, welche von starken, in die Stratosphäre "überschiessenden" Aufwindpulsen stammen.

An der kanadischen Pazifikküste gab es in den vergangenen beiden Tagen grossflächige Überschwemmungen. Ein sogenannter «Atmospheric River» führte subtropische Luftmassen mit einem hohen Feuchtegehalt von den Hawaii-Inseln nordostwärts zum Kontinent.

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Comments (2)

  1. Andreas Klemm, 18.11.2021, 15:37

    Grüezi
    Einen Berg Fuolen gibt es noch nicht, das müstte der Fulen sein.
    Schönen Tag A. Klemm

    1. MeteoSwiss, 18.11.2021, 16:33

      Grüezi Herr Klemm,
      Vielen Dank für Ihren Hinweis. Der Fehler wurde korrigiert.

      Freundliche Grüsse,
      MeteoSchweiz