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Frühling

18 April 2019, 1 Comment
Topics: Weather

Der Gründonnerstag 2019 geht im Norden als sonniger und warmer Frühlingstag, im Süden als vielerorts bewölkter Tag in die Geschichtsbücher ein. Was die Gründe dazu waren, erfahren Sie in den nächsten Zeilen.

Das heutige Wetter in einem Bild, aufgenommen auf dem Ballenberg. Wer genau hinschaut, sieht dünne Cirren und beim Brienzer Rothorn erste zaghafte Quellungen. Foto: T. Jordi
Das heutige Wetter in einem Bild, aufgenommen auf dem Ballenberg. Wer genau hinschaut, sieht dünne Cirren und beim Brienzer Rothorn erste zaghafte Quellungen. Foto: T. Jordi

Das umfangreiche Hoch Katharina mit Kerndruck von rund 1040 hPa über Südnorwegen war heute auch fürs Wetter auf der Alpennordseite verantwortlich. Mit recht trockener, aber dennoch zum Teil labil geschichteter Luft erfuhr die Alpennordseite einen sehr sonnigen und warmen Frühlingstag.

Für viele Flachlandregionen war es mit Höchstwerten um 21 Grad sogar der bisher wärmste Tag im laufenden Jahr. Dies ist auch nicht weiter verwunderlich, befinden wir uns doch mitten im Frühling, wo Tag für Tag die Sonne steiler am Himmel steht.

Die erwähnten 21 Grad liegen rund 7 Grad über der Höchsttemperatur, die Mitte April normalerweise zu erwarten wäre. Dies klingt nach sehr viel, oder mit anderen Worten nach einer aussergewöhnlichen Höchsttemperatur. Allerdings muss es aber auch etwas relativiert werden. Eine Abweichung von der Norm um rund 7 Grad im Frühling bedeutet nämlich nicht dasselbe wie eine Abweichung von rund 7 Grad beispielsweise im Sommer oder im Herbst. Grund dafür sind die ohnehin grossen Temperaturunterschiede, welche hierzulande im Frühling möglich sind.

Nichtsdestotrotz, warm war es allemal. Für die Dekoration waren einige Cirren sowie einige flache Quellwolken vor allem am Nachmittag verantwortlich. Besonders die ersterwähnten Wolken – um präziser zu sein Cirrus fibratus und Cirrus uncinus – waren zumindest gebietsweise hübsch anzusehen.

Soweit zum Wetter im Norden der Schweiz. Wie kam es denn nun zu den eingangs erwähnten bewölkten Verhältnissen in der Südschweiz? Der Grund dafür ist bereits in der vergangenen Nacht zu suchen. Mit einer östlichen Strömung gelang nämlich unterhalb von etwa 3000 bis 3500 m ü.M. feuchtere Luft zur Alpensüdseite. Den Fachbegriff zu diesem Phänomen, Retour d’Est oder Rückkehr aus Osten auf Deutsch, haben Sie hier sicher auch schon gelesen.

Da gleichzeitig ein Südüberdruck von rund 5 hPa herrschte, setzte leichter Südstau an den Alpen ein (kleine Nebenbemerkung: Ein Nordstau am Gotthard setzte übrigens bereits gestern ein :-) ). Die anfänglichen Stratocumulus-Wolken formten sich im Tagesverlauf mit der auch im Süden recht labilen Schichtung um in Cumulus-Wolken. Bis Redaktionsschluss traten auf Schweizer Boden allerdings kaum Schauer auf.

Der angesprochene Südüberdruck hatte noch einen weiteren Effekt. Da die Luft im Süden auch etwas kühler und damit relativ gesehen schwerer war als diejenige nördlich der Alpen, schwappte erstere über die tieferen Einschnitte am Alpenhauptkamm – beispielsweise beim Gotthard – hinaus und machte sich in einigen Tälern wie dem Oberhasli, dem Reusstal oder dem Rheintal als seichten Föhn bemerkbar. Aufgrund der etwas kühleren (Föhn)-Luft lag die Föhntemperatur aber kaum höher als im Flachland.

Die Meteorologen von MeteoSchweiz wünschen Ihnen ein schönes Osterwochenende und frohes Eiersuchen! Überfordern Sie Ihren Osterhasen nicht :-)!

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Comments (1)

  1. Dani, 19.04.2019, 09:23

    Als eine an Meteorologie interessierte Person freue ich mich immer wieder über eure Blogbeiträge, die mir das eine oder andere Wetterphänomen erklären. Gerne weiter so. Ich sage Danke und wünsche euch frohe Ostern.