Wie ist das mit der Nebelobergrenze?

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Die Nebelprognose gehört - trotz der hochentwickelten Werkzeuge und Methoden - zu den schwierigsten Kapiteln im Vorhersagedienst. Folgende Fragen soll der Meteorologe/die Meteorologin möglichst genau beantworten:

  • In welchen Regionen bildet sich Nebel, wann löst er sich wieder auf?
  • Löst er sich überhaupt auf?
  • Handelt es sich um Nebel (Sicht < 1km) oder um Hochnebel?
  • Wo ist die Nebelobergrenze?

Für die nebelgeplagten Unterländer ist die letzte Frage natürlich essentiell, deshalb versuchen wir heute dieses Thema etwas detaillierter beleuchten. In einer ersten Näherung kann man sagen, dass die Nebelobergrenze direkt von der grossräumigen Druckverteilung im Umkreis von rund 200 Kilometern und damit von den Strömungsverhältnissen in den unteren Luftschichten abhängig ist. Befindet sich das Hoch direkt über den Alpen oder ist die Druckverteilung flach, so pendelt sich die Obergrenze bei 800 bis 900 Metern ein.

Kommen hingegen südwestliche Winde auf (was allerdings oft mit dem Abbau des Hochs und einem nachfolgenden Frontdurchgang verbunden ist), sinkt die Obergrenze auf 500 bis 700 Meter ab:

Ganz anders ist die Situation bei einer Bisenströmung. Hier gilt: je stärker die Bise, umso höher steigt das Nebelgrau. Ist im Wetterbericht von einer Bisentendenz oder einer schwachen Bise die Rede, so liegt die Obergrenze meist im Bereich von 900 bis 1200 Metern. Bei mässiger Bise muss man oft schon über 1500 Meter „kraxeln“, zusätzlich dringt der Nebel dann auch immer weiter in die Voralpen und Alpentäler vor:

Diese Angaben sind lediglich als grobe Faustregeln zu verstehen. Für eine genaue Prognose der Nebelobergrenze und natürlich auch der Nebelauflösung muss der Meteorologe/die Meteorologin noch einige zusätzliche Details berücksichtigen. So beispielsweise den Luftmassenursprung, die Feuchtigkeit in den verschiedenen Luftschichten, die Veränderung von Windstärke- und Richtung sowie die Stärke der Inversion.

Trotzdem sind immer wieder Überraschungen möglich, und die Nebelobergrenze liegt höher oder tiefer als vorhergesagt. Deshalb lohnt es sich, am Morgen einer geplanten Unternehmung die aktuellen Webcambilder der verschiedenen Anbieter zu konsultieren. Sonst drohen schlimmstenfalls Orientierungsschwierigkeiten…: