Optische Phänomene am Nebelrand - Nebelstrahlen oder Schattenstrahlen

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Für das heute beschriebene Phänomen gibt es verschiedenen Namen: Schattenstrahlen, Strahlenbüschel, Nebelstrahlen, Wolkenstrahlen oder wissenschaftlich korrekt: crepuscular rays. Alle beschreiben denselben Effekt, den wahrscheinlich die meisten Leser dieses Beitrags schon einmal beobachtet haben.

Befinden wir uns in dichtem Nebel, wo die Sichtweite durchaus einmal unter 100 Meter sinken kann, so existiert weder Schatten noch direkte Sonnenstrahlung. Das Gelände ist diffus beleuchtet, Kontraste verschwinden und die Landschaft hat etwas Mystisches:

Sobald wir uns der Nebelobergrenze nähern, ändert sich die Situation schlagartig. Es wird sehr rasch heller, die Sonne wird zunächst als Scheibe sichtbar, schon rasch blendet sie uns aber. Dann ist der Zeitpunkt gekommen, um in der Nähe von Bäumen in Richtung Sonne zu schauen. Im Gegenlicht scheint die Sonne teilweise durch den Baum, teilweise wird sie durch Äste und Blätter abgeschattet.

An den von der Sonne beschienen Bereichen werden die Lichtbündel an den kleinen Nebeltröpfchen gestreut. Dadurch entsteht ein scheinwerferähnlicher Effekt, und man meint, die Sonnenstrahlen sehen zu können:

Steht der Beobachter zusätzlich im Schatten eines Baumstammes wo keine Sonnenstrahlen auf den Nebel treffen, so sind oberhalb der Baumkrone oft schöne Schattenwürfe zu sehen: