Warnungen vor Unwettern – ein wertvoller Beitrag zum Schutz der Bevölkerung

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Orkanartige Winde, Starker Schneefall, Vereisender Regen, intensive Niederschläge oder Gewitter im Sommer, all diese Ereignisse haben oftmals ein hohes Gefahrenpotential und verursachen immer wieder grössere Schäden an der Natur und an Infrastrukturen. Leider werden dabei manchmal auch Personen in Mitleidenschaft gezogen. Um Naturgefahren gut bewältigen zu können ist es wichtig, dass die Einsatzkräfte, die Krisenstäbe und auch die Bevölkerung die richtigen Informationen zum richtigen Zeitpunkt erhalten. Die Fachstellen des Bundes haben deshalb ihre Zusammenarbeit in den letzten Jahren verstärkt und ihre Dienstleistungen weiter ausgebaut.

Die richtigen Informationen zur richtigen Zeit

Ende Mai 2010 hat der Bundesrat ein Massnahmenpaket zur Verbesserung der Warnung und Alarmierung bei Naturgefahren verabschiedet. Im entsprechenden OWARNA-Folgebericht (Projekt zur Optimierung von Warnung und Alarmierung bei Naturgefahren) wurde bereits aufgezeigt dass Schäden bei extremen Naturereignisses um 20 Prozent reduziert werden können, wenn Warnung, Alarmierung und Information rechtzeitig erfolgen und somit Menschen und Sachwerte vor dem Eintritt des Ereignisses in Sicherheit gebracht oder geschützt werden können.

Deshalb ist es bei gefährlichen Wetterereignissen umso wichtiger, dass die Warnung frühzeitig und mit möglichst hoher Präzision zu Behörden und Bevölkerung gelangt. Um die Zusammenarbeit im Bereich der Naturgefahren zu verstärken und zu optimieren, haben sich die verschiedenen Fachstellen des Bundes zum Lenkungsausschuss Naturgefahren (LAINAT) zusammengeschlossen. Insbesondere bei fachübergreifenden Ereignissen wie zum Beispiel Niederschlag mit nachfolgender Hochwassergefahr ist eine enge Zusammenarbeit der Fachstellen sehr wichtig.

Eines der Ergebnisse daraus war die Schaffung einer Internetplattform, welche die Informationen aller Naturgefahren der Schweiz vereint:

Personen sitzen um einen grossen Tisch, mit Laptop. Videoscreen mit Liveübertragung aus den Sitzungszimmern von Locarno und Genève.
Abb. 1: Einsatzorganisation der MeteoSchweiz im Ereignisfall

Bei stärkeren Ereignissen (meist ab Stufe 4) kommt der Fachstab Naturgefahren, bestehend aus Mitgliedern der verschiedenen Fachstellen, zum Einsatz. Innerhalb der MeteoSchweiz ist dies die Einsatzorganisation EO Met (Abb.1).

Aufgrund der Erkenntnisse der Fachspezialisten hat der Fachstab die Aufgabe, laufend eine Gesamtbeurteilung der Lage vorzunehmen. Über die Nationale Alarmzentrale werden gemeinsame Warnungen, Bulletins und Berichte verbreitet, die den Behörden – kantonalen Führungsstäben, Einsatzorganisationen und Naturgefahrenspezialisten – als Entscheidungsgrundlage für Präventionsmassnahmen und für die Bewältigung der Situation dienen.

Zeichnet sich ein besonders schwerwiegendes Naturgefahrenereignis von überregionalem Ausmass ab, können die Ämter eine «Single Official Voice» (SOV)-Warnung herausgeben (Abb. 2). Diese ist für die Medien verbreitungspflichtig. Radio und Fernsehen haben den gesetzlichen Auftrag, die Warntexte zu veröffentlichen.

Qualitativ hochstehende Warnleistung für ein optimales Kosten-/Nutzenverhältnis

Unwetterereignisse präzise in Zeit und Ort vorherzusagen und zu warnen ist mit viel Aufwand verbunden. In der Vorbereitung auf eine Warnsituation beurteilen die Meteorologen deshalb zeitlich und örtlich die Intensität und Eintreffwahrscheinlichkeit des zu erwartenden Ereignisses aufgrund der hochauflösenden numerischen Vorhersagemodelle und ziehen auch mögliche Vergleichsfälle aus der Vergangenheit bei.

Das Ziel besteht darin, möglichst viele Ereignisse richtig zu warnen (hohe Trefferrate POD=probability of detection), gleichzeitig aber auch möglichst wenige überflüssige Warnungen auszugeben (tiefe FAR=false alarm ratio). Diese beiden Ansprüche stehen in einem gewissen Widerstreit zueinander. Wird eine Trefferrate nahe bei 100% angestrebt, so steigt auch das Risiko, zu viele überflüssige Warnungen auszugeben. Die Kosten für vorsorgliche Schutzmassnahmen sollen aber kleiner sein, als der Ersatz des verhinderten Schadens. Eine zu hohe Anzahl überflüssiger Warnungen verursacht also unnötig hohe Kosten.

Möchte man auf der anderen Seite die FAR nahe bei 0% ansetzen, erreicht man eine sehr tiefe Trefferrate, also zu viele Ereignisse würden verpasst. Die aufgrund der fehlenden Warnungen nicht getroffenen Präventionsmassnahmen hätten grosse Schäden und somit enorme Kosten für die Instandstellung und den Wiederaufbau zur Folge.

Trefferrate für Unwetterwarnungen liegt heutzutage bei knapp 90%

Die langjährige Erfahrung in der Zusammenarbeit mit den Behörden hat gezeigt, dass über alle Unwetterwarnungen POD von min. 85% und eine FAR von max. 30%  für die Kantone vertretbar ist. Zu erwähnen ist, dass die Überprüfung der Warnungen nach harten Schwellwerten erfolgt und dass für die Behörden auch bei nicht exaktem Erreichen des Schwellwertes trotzdem ein hoher Nutzen besteht.  Die durchschnittliche Trefferrate für Unwetterwarnungen liegt heutzutage bei knapp 90%, die Falschalarmrate bei knapp 20%. Diese beiden Kennzahlen bedeuten für die Behörden ein optimales Kosten-/Nutzenverhältnis.

Wetter-Briefing für Outdoor Aktivitäten

Warnungen von MeteoSchweiz als Entscheidungsgrundlage

Die Warnungen der MeteoSchweiz sind Hinweise auf eine zu erwartende Gefahr und dienen als Entscheidungsgrundlage. Zum Beispiel bei Grossanlässen liegt die Verantwortung und der Entscheid über die Durchführung beim Veranstalter. Im Gegensatz zur Warnung beinhaltet eine Alarmierung Verhaltensanweisungen. Diese werden nötigenfalls durch die Behörden vor Ort ausgegebenen.

Heute gibt es Warnungen vor Wind, Gewitter, Regen, Schnee, Strassenglätte, Hitze und Frost. Die Warnungen werden für 159 Warnregionen und 51 Warnobjekte (Seen und Flughäfen) erstellt. Die Behörden erhalten in Fällen, bei welchen ein signifikantes Ereignis ab der Stufe 3 mit genügend Sicherheit (40%-70% Wahrscheinlichkeit) und einem Vorlauf von bis zu drei Tagen erwartet wird, eine sogenannte Vorwarnung. Für die Bevölkerung gibt es ein ähnliches Produkt: Der Warnausblick ist eine Vorschau auf mögliche Unwetterereignisse der nächsten 5 Tage. Er wird auf den Warnseiten des Internetauftritts und der mobilen App von MeteoSchweiz schraffiert dargestellt, um ihn von den effektiv ausgegebenen Warnungen zu unterscheiden (Abb. 3).

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It is impossible to prevent natural hazard events from occurring. However, specific measures can be taken to reduce the impact of such events on...

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