Der Föhn

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Der Föhn bläst nicht zu jeder Jahreszeit gleich häufig. Die alpenquerende Strömung aus Süden, die in den Föhntälern auf der Alpennordseite typischerweise milde Temperaturen und Schönwetter bringt, ist am häufigsten im Frühling zu beobachten.

Föhn tritt überall dort auf, wo Gebirgsketten von kräftigen Winden überströmt werden. Als wesentlicher Effekt des Föhns treten auf der strömungsabgewandten Seite des Gebirges warme und vor allem trockene Fallwinde auf, die häufig Sturmstärke erreichen. In den betroffenen Gebieten stellt der Föhn eine der
markantesten Wettererscheinungen überhaupt dar. In den Alpen ist Föhn sowohl im Norden wie auch im Süden zu beobachten, wobei der Süd-Föhn die wesentlich ausgeprägtere Erscheinung ist.

Viel Föhn im Frühling

Die klassische alpenquerende Föhnströmung aus Süden tritt am häufigsten im Frühling auf. Seltener fegt der Föhn im Herbst und im Winter über die Alpen. Im Sommer ist eine eigentliche Föhn-Flaute zu beobachten.

Typische Erscheinungen

Die klassische Föhnsituation ist mit einer starken Staubewölkung am Alpensüdhang verbunden. Durch die Hebung der Luftmassen können die Stauniederschläge beachtliche Mengen annehmen. Die Wolkenwand am Alpensüdhang wird von der Nordseite her als sogenannte Föhnmauer wahrgenommen. Nicht selten reichen dabei die Wolken etwas über den Alpenkamm hinweg nach Norden, so dass auch etwas nördlich des Alpenkamms noch Niederschlag fallen kann.

Mit dem Absinken der Luftmassen lösen sich die Wolken auf. Dieser Bereich mit sehr klarer Luft und fast blauem Himmel wird als Föhnfenster bezeichnet. Mit dem Überströmen des Alpenkamms bilden sich in der Atmosphäre Leewellen. Im Bereich der Wellenrücken bilden sich dabei oft charakteristische linsenförmige Wolken (Altocumulus lenticularis), die im Volksmund als «Föhnfische» bezeichnet werden.

Föhnregionen

Die Schweiz kennt verschiedene typische Föhntäler. Von Ost nach West sind dies: Vorderrheintal, St. Galler Rheintal, Hinterrheintal, Oberhalbstein, Lenzerheide, Landschaft Davos, Seeztal (Walensee), Toggenburg, Glarnerland, Sihltal, Oberes Reusstal, Engelbergertal, Brünig, Oberes Aaretal, Lütschinentäler, Kandertal, Simmental, Saanetal, Zentrales Wallis und Unterwallis.

Nur selten, bei besonders starken Druckgradienten, vermag der Föhn durch die eigentlichen Föhntäler hinaus bis ins Mittelland vorzustossen, zum Zürichsee, in das untere Reusstal oder das untere Aaretal. Föhn tritt auf der Alpennordseite häufiger in den östlichen Landesteilen auf. Im Alpeninnern zeigt Visp die grösste Föhnhäufigkeit, die sogar jene von Altdorf oder Vaduz übertrifft.